Info aus Australien, Mittwoch, 7. März 16.00 Uhr Ortszeit:
Mit einer Top-Leistung meldete sich Österreichs Nationalmannschaft beim heutigen vierten Durchgang der Paragleit-WM in Manilla (Australien) an der Erfolgsfront zurück. Während alle übrigen Nationen bestenfalls zwei Piloten ins Ziel brachten, waren es bei den Österreichern vier, womit "Team Austria" zumindest diesmal in der Mannschaftswertung nicht zu schlagen war!
60 Kilometer galt es zu bewältigen und das endlich bei ?akzeptabler Thermik?, wie Tamegger meint, der sich in der Gesamtwertung damit ein paar Plätze nach vor geschoben hat. Unabhängig von den besseren Bedingungen dürfte ?Team Austria? diesmal auch die bessere Taktik erwischt haben: Gewarnt vom ersten Durchgang wählten die Piloten diesmal unterschiedliche Startzeiten. Über Funk verständigte man sich von den jeweils vorgefundenen Bedingungen und verhalf sich so gegenseitig zu wertvollen Informationen. Die Rechnung ging auf: Mit Ausnahme von Helmut Eichholzer ? der nur drei Kilometer vor dem Ziel keinen thermischen Anschluss mehr fand - schafften es alle über die Linie!
Jetzt hofft ?Team Austria?, dass die Wetterfrösche mit ihren optimistischen Prognosen recht behalten und noch zwei Durchgänge geflogen werden können. Und dass es weiterhin so klappt. Oder wie es Tamegger formuliert: ?Wir versuchen so weiter zu machen??
Info aus Australien, Montag, 5. März 16.00 Uhr Ortszeit:
Erst regnet es dauernd, dann wird's zwar schön Wetter, aber ohne Thermik und jetzt das: Über Australien fegt gerade Tropensturm ?George", was an einen Start mit dem Paragleiter nicht einmal ansatzweise denken lässt. Mit der Absage des heutigen (Montag) Wertungsdurchgangs hieß es bei dieser WM in Manilla (Australien) nun schon das sechste Mal: ?The task is cancelled."
Seit Beginn der WM am 25. Februar konnten erst drei Durchgänge geflogen werden. Alex liegt derzeit auf Platz 34, Heli ist 50ster.
Für Freitag, 9. März, ist der letzte Task der Weltmeisterschaft geplant, mal schauen, ob sich bis dahin noch irgendwas ausgeht.
Elisabeth
Info aus Australien, Sonntag, 4. März 20.00 Uhr Ortszeit:
Endlich wieder ein Durchgang, aber was für einer!?! Alex und Heli sind nicht leider nicht im Ziel, als einziger Österreicher hat es Tammi geschafft. Dass es den meisten der 150 Teilnehmer nicht viel besser ergangen ist, kann da natürlich nur ein schwacher Trost.
Größtes Problem bei dieser WM ist die äußerst schwache Thermik, die im Flachen auch noch schwer zu finden ist: ?Kaum fliegt das Feld vom Berg weg, grundeln 100 Piloten in Bodennähe herum. Wer dann wo auf Thermik stößt, ist absolute Glückssacke", hat mir Alex gerade am Telefon erzählt. Entsprechend schwierig ist es auch, das Feld zu kontrollieren. Der höchste zu sein, nutzt praktisch gar nix, wenn man es im falschen Pulk ist. Alex: "Du machst keinen Fehler und kannst mit dieser Leistung genauso gut Erster wie Hundertster werden."
Drücken wir die Daumen, dass noch ein paar Durchgänge geflogen werden können.
Elisabeth
Info aus Australien, Samstag, 3. März 14.00 Uhr Ortszeit:
Kurz war's da und schon ist es wieder weg, das fliegbare Wetter. Zwar herrscht strahlender Sonnenschein, aber der Wind bläst mit 30 bis 40 Kilometern pro Stunde über den Startplatz und das ist eindeutig zuviel für einen Durchgang. Deshalb gibt's schon wieder Zwangspause für unsere WM-Kämpfer. Das wird eine zähe Partie...
Elisabeth
Info aus Australien, Freitag , 2. März 21.00 Uhr Ortszeit:
Endlich Flugwetter! Bei der Gleitschirm-WM in Manilla (Australien) ging heute der zweite Wertungsdurchgang über die Bühne und er verlief für "Team Austria" zumindest teilweise erfolgreich: Christian Tamegger und "unser" Alex Schalber flogen auf Platz 14 beziehungsweise 17 ins Ziel, womit sie ihre Platzierung in der Gesamtwertung nach dem Fiasko-Auftakt-Task deutlich verbessern konnten. Dass die thermischen Bedingungen miserabel waren, sieht man an der Zahl der "Goal-Piloten": Von 150 standen nur 24 im Ziel!
Vor allem der Endanflug des 60-km-Tasks war für die meisten Piloten eine echte Zitterpartie: ?Ich hab ziemlich geschwitzt", hat mir Alex am Telefon gesagt. Kein Wunder: Er ist in fünf Meter Höhe über die Ziellinie geschrammt, also viel weiter weg hätte sie nicht mehr liegen dürfen!
Heli hatte weniger Glück, er wurde von der nichtvorhandenen Thermik frühzeitig gegroundet. Die beiden liegen jetzt auf Platz 30 beziehungsweise 82. Morgen und übermorgen soll's ebenfalls fliegbar sein. Ich halte euch auf dem laufenden.
Elisabeth
Info aus Australien, Donnerstag, 1. März 15.00 Uhr Ortszeit:
Von wegen "trocken" und "sonnig": Australien verweiget sich auch am fünften WM-Tag hartnäckig allen Klischees und lässt es allen Kübeln gießen. Selbst der Wagen von ?Team Austria" hat vor soviel Wasser kapituliert, Teamchef ?Josi" hat momentan alle Hände voll zu tun, ein Ersatz-Fahrzeug aufzutreiben. Für die Tage ab morgen wird von den Meteorologen Wetterbesserung in Aussicht gestellt, und sollte die tatsächlich eintreten, dann braucht die Mannschaft ein Transportfahrzeug!
Das Ersatzprogramm der Piloten ist zumindest nicht ganz unsportlich, dafür sorgen Heli und Alex. Heli ist ja gelernter Werkzeugmacher und hat die top-ausgerüstete Garage der Wirtin gleich einmal dafür benutzt, ein Einrad zu basteln! Das Ding wird bereits fleißig ausprobiert, am intensivsten wahrscheinlich von Alex, der zu Hause auch häufig mit dem Einrad unterwegs ist und somit den ?Einradprofi" den Teams stellt.
Und wenn wir das geschickte Bild richtig interpretieren, dann gibt's irgendwo in der Nähe auch einen Rummelplatz...
Elisabeth
Info aus Australien, Mittwoch, 28. Februar 15.00 Uhr Ortszeit:
Tag 4 bei der WM und erst ein gewerteter Durchgang! Mehr werden es auch heute nicht, in Manilla regnet es nämlich derzeit "Katzen und Hunde", wie es übersetzt so schön heißt. Um die gestrige Scharte auszuwetzen, gibt's frühestens morgen eine Chance.
Das "Favoritensterben" des ersten Durchgangs ist übrigens mittlerweile eindrucksvoll auf der Rangliste dokumentiert. Die großen Namen des Gleitschirmsports finden sich bis auf ganz wenige Ausnahmen erst ab Platz 50. Wer genau wissen will, wo die ganzen Europa- und Weltmeister und Weltcupsieger gelandet sind, findet die Ergebnisse auf der Homepage des Veranstalters: http://www.manilla2007.com/
Elisabeth
Info aus Australien, Dienstag, 27. Februar 22.00 Uhr Ortszeit:
Das ist ja ordentlich danebengegangen: Endlich ein Wertungsdurchgang und kein einziger österreichischer Pilot im Ziel. Allerdings teilt "Team Austria" dieses Schicksal mit fast allen Spitzenpiloten, selbst von den Favoriten hat es kaum einer über die Ziellinie geschafft. Am besten lief es noch für unsere "Flugschule-Salzburg"-Piloten Alex und Helmut, die beiden standen "nur" acht Kilometer vor dem Ziel.
"Die meisten Top-Piloten haben auf bessere Bedingungen gehofft und mit dem Abflug zugewartet. In der Luft haben wir dann leider bald gemerkt, dass das eine Fehlentscheidung war", hat mir Alex gerade am Telefon erzählt. Im Laufe des Rennens seien die Bedingungen dann zunehmend schlechter geworden, bis am Ende gar keine nutzbare Thermik mehr zu finden war. Die Frühstarter sind noch ins Ziel gekommen. Die, die später losgeflogen sind, eben nicht mehr.
Derart blöd gelaufen ist es bei diesem Durchgang für so ziemlich alles, was in der Gleitschirm-Szene Rang und Namen hat: Favoriten wie die Schweizer Steve Cox (Weltmeister 2005) und Christian "Chrigel" Maurer (Europameister 2004, Gesamt-Weltcup-Sieger 2006) standen ebenso vor der Linie wie der Italiener Luca Donini (Weltmeister 2001, Europameister 2006), der Flügel an Flügel mit Alex und Heli ausgeglitten ist.
Jetzt kann nur eines helfen: Tolles Flugwetter und noch recht viele Durchgänge!
Elisabeth
Info aus Australien, Montag, 26. Februar 14.00 Uhr Ortszeit:
Auch am zweiten Tag der Paragleiter-WM in Manilla (Australien) kam kein Wertungsdurchgang zustande. Die Regenmengen, die während der Nacht gefallen waren und auch für den Tagesverlauf prognostiziert waren, machten dem Veranstalter die Entscheidung leicht: Der Tag wurde bereits am Vormittag abgesagt, womit den Piloten auch die mühsame Auffahrt über verschlammte Straßen hinauf zum Startplatz erspart blieb.
"Team Austria" blieb somit nichts anderes übrig, als auch den zweiten Wettkampftag anderweitig zu verbringen. Auf dem Programm stand Lesen, der x-te Check der Ausrüstung und ? höhere Mathematik: Alex und Martin Brunn vertrieben sich die Zeit mit algorythmischen Berechnungen, um herauszufinden, wie wahrscheinlich es ist, dass zwei Spieler einer Fußballmannschaft am selben Tag Geburtstag haben. Die beiden kamen auf 69 Prozent.
Etwas weniger hoch ist die Wahrscheinlichkeit für einen Wertungsdurchgang am morgigen Dienstag: Zu 50 Prozent, so die Schätzung des Teams aufgrund der aktuellen Wetterberichte, sollte es klappen. Für Mittwoch und Donnerstag erhöht sich dann die Wahrscheinlichkeit signifikant, allerdings nicht nachhaltig: Am Freitag ist ein "Tropensturm" angesagt.
Dann drücken wir mal die Daumen, dass die Jungs bald zum Fliegen kommen.
Elisabeth
Info aus Australien, Sonntag, 25. Februar 17.00 Uhr Ortszeit:
Eigentlich hätte heute, Sonntag, der erste Durchgang geflogen werden sollen. Der Verlauf der Strecke ? 48 Kilometer waren geplant ? war bereits fixiert, als es dann doch anders kam: "The task is cancelled", hieß es, kurz bevor das Startfenster für das Race aufgehen hätte sollen. Der Grund war der übliche: Überentwicklungen.
Die Piloten sind dann alle mit dem Auto wieder ins Tal, einfach nur schnell runterfliegen hat sich bei dem Wolkenbild keiner getraut. Kein Wunder nach den Ereignissen beim Manilla XC-Open...
Ich melde mich, sobald ich Neues aus Australien höre.
Elisabeth
PS: Weitere Infos über die WM gibt's auf der Liga-Homepage:
http://www.paragleiter.org
Info aus Australien, Freitag, 23. Februar, 18.00 Uhr Ortszeit:
"Raus aus dem Flugzeug, rein ins Auto, rauf auf den Berg", hab ich gestern nach einem Telefonat mit Alex geschrieben und natürlich mit den ersten Testflügen gerechnet. War aber nix, wie ich heute um 9.00 Uhr früh (Salzburg-Zeit) erfahren hab: Denn als das Team am Donnerstag endlich am Startplatz angekommen war, haben sich am Himmel die ersten Überentwicklungen ausgebreitet. Zunehmender Wind machte die Entscheidung dann einfach: Test verschoben.
Heute hat's endlich geklappt, die Jungs sind einen "Probe-Task" geflogen und guter Dinge. Viel Zeit, ihr Material auf Vordermann zu kriegen und die letzten Feinabstimmungen vorzunehmen, haben sie bei dieser WM wahrlich nicht: Praktisch jeder Pilot hat seine Ausrüstung erst kurz vof der WM gekriegt, manche - die Gin-Flieger zum Beispiel - überhaupt erst in Australien!
Elisabeth
Zwischenbericht Donnerstag, 22. Februar:
Raus aus dem Flugzeug, rein ins Auto, rauf auf den Berg - Österreichs Nationalmannschaft im Paragleiten vergeudete Donnerstag Mittag nach der Ankunft in Australien keine Zeit, um schnellstmöglich die ersten Testflüge in Manilla absolvieren zu können. Kein Wunder: Am Sonntag (25. Februar) startet die Weltmeisterschaft und kaum einer der Piloten hatte bisher ausreichend Zeit, die brandneu angelieferten Geräte zu testen beziehungsweise die notwendigen Feinabstimmungen vorzunehmen!
"Team Austria" nutzt nun die wenigen Tage bis zur WM, um sich "warm zu fliegen". Die Piloten haben durch die Bank frischgenähte Ausrüstungen, die sie zum Teil erst ein paar Mal fliegen konnten. Alex beispielsweise brachte erst am Samstag - also nur drei Tage vor dem Abflug - den letzten notwendigen Vergleichsflug mit seinem Swing Stratus NT über die Bühne. Keinen Tag zu früh übrigens: Der Sonntag war für heikle Vegleichsflüge nicht mehr zu gebrauchen!
Manche wussten noch nicht einmal beim Abflug, was sie materialtechnisch genau erwartet: Der Vorarlberger Christian Tamegger kriegte seinen Boomerang 5 erst in Australien! Die letzten Nachjustierungen bei Trimmung, Speed-System oder dergleichen mehr werden bei den meisten also um "fünf vor Zwölf" vorgenommen.
Vergleichsweise gut hatte es da Helmut "Heli" Eichholzer: Er ist schon seit mehr als einer Woche in Manilla, konnte sein Gerät schon etwas feintrimmen und hat - wie er uns per Mail versicherte meint - "ein gutes Gefühl" bei seinem Advance Omega Proto.
Vorschau vom 18. Februar 2007:
WM Paragleiten: "Team Austria" reist hochmotiviert nach Manilla/Australien
Hoffnung auf Medaille ? WM-Dauer: 25. Februar bis 9. März
Österreichs Nationalmannschaft im Paragleiten bricht am Dienstag (20. Februar) ans "andere Ende der Welt" auf: Die Reise geht nach Manilla, Australien, wo von 25. Februar bis 9. März die Weltmeisterschaft im Paragleiten ausgetragen wird. Genannt sind insgesamt 150 Piloten aus 43 Nationen, wobei sich die rot-weiß-roten Gleitschirmflieger trotz harter Konkurrenz durchaus Hoffnungen auf eine Medaille machen. Der Vorarlberger Christian Tamegger wurde schließlich bereits drei Mal (!) Vize-Weltmeister und Nationalteam-Pilot Alex Schalber aus Salzburg verpasste mit Rang 4 bei der letzten WM (2005) nur knapp einen Stockerlplatz.
"Team Austria" reist also hochmotiviert nach Australien, gibt sich aber dennoch keinen Illusionen hin: "Es wird ein harter Kampf werden", ist Teamchef Josef "Josi" Langthaler überzeugt, der damit nicht bloß den Kampf gegen die übrigen Top-Piloten meint. "Australien, das bedeutet Flachlandfliegen. Die Thermik folgt hier ganz anderen Gesetzen als bei uns in den Bergen, das wird dem Team mit Sicherheit zu schaffen machen", schildert Langthaler die besondere Herausforderung, welche Manilla darstellt.
Stärker als je zuvor ist allerdings bei dieser WM ein anderer Aspekt in den Vordergrund gerückt: die Sicherheit. Vergangene Woche hatte sich in Manilla eine Gewitterwolke derart rasch zu einer ?Superzelle" ausgewachsen, dass mehrere Pioten von ihr quasi ?verschluckt" und zum Teil in lebensgefährliche Höhen transportiert worden waren. Ein chinesischer Pilot starb bei diesem Flug, die deutsche Pilotin Ewa Wisnierska überlebte den unfreiwilligen Höhenrekord ? sie wurde innerhalb der Gewitterwolke auf knapp 10.000 Meter katapultiert - wie durch ein Wunder. WM-Pilot Alex Schalber beruhigt: ?Grundsätzlich sind solche Überentwicklungen die absolute Seltenheit. Außerdem bin ich überzeugt, dass der Veranstalter nach diesem Vorfall dreifach vorsichtig sein wird. Im Falle von Überentwicklungen wird der Durchgang wohl eher zu früh als zu spät abgebrochen."
Das österreichische Nationalteam (in alphabetischer Reihenfolge), samt Fluggerät und Sponsoren:
Martin BRUNN (Hard, Vorarlberg) auf Mac Para Magus 5, Sponsoren: Aircotec, Heimatgemeinde Hard
Helmut EICHHOLZER (Kuchl, Salzburg) auf Advance Omega Proto, Sponsoren: Advance, Salomon, Kuchler Blockhaus, Mertl-Kunststoffe, Flugschule Salzburg
Alex SCHALBER (Anif, Salzburg) auf Swing Stratus NT, Sponsoren: Swing, Mustang Jeans, FlyForFun, Flugschule Salzburg
Christian TAMEGGER (Dornbirn, Vorarlberg) auf Gin Boomerang 5, Sponsoren: GinGliders, Aerosport, Vorarlberg Sport, Vonblon, Bräuniger
Richard TRÜMEL (Scheibbs, Niederösterreich) auf Gin Boomerang 5, Sponsor: GinGliders
Teamchef: Lanthaler Josef (Radstadt, Salzburg) auf Gin Boomerang.
Persönliche Angaben zu den Nationalteampiloten finden sich auf der Liga-Homepage: http://www.paragleiter.org
Die Ergebnisse der einzelnen Durchgänge gibt's auf der Homepage des Veranstalters: http://www.manilla2007.com/