26.03.2007

Auf so viel Interesse stößt Fortbildung nicht alle Tage: Rund 150 Piloten und Pilotinnen waren am 23. März zum ?Salzburger Fortbildungsforum für Gleitschirmflieger" gepilgert, um einen Abend lang ? geführt von Steve Cox (Weltmeister 2005), Karl Slezak (DHV-Sicherheitsbeauftragter) und Thomas Ripplinger (Advance-Chefentwickler) ? der Frage nachzuspüren: ?Mehr Sicherheit beim Gleitschirmfliegen: Braucht's bessere Schirme oder bessere Piloten?"

In welchem Spannungsfeld die Antworten lagen, wurde bereits beim ersten Referat klar, eröffnete doch Karl Slezak den Abend gleich einmal mit einer Radikalforderung: ?Die Schirme haben den Bedürfnissen der Piloten zu genügen und nicht umgekehrt", sagte Karl, und setzte gleich noch eines drauf: Die Schirme müssten besser werden, und zwar am besten so sicher, dass sie nach einem Klapper geradeaus fliegen, und damit auch ein Pilot, der nur fünf Flüge im Jahr absolviert, diesen Sport gefahrlos ausüben kann. Karls Begründung: 30 Prozent der Piloten seien Wenigflieger und wären mit kritischen Klappern ? vor denen kein Pilot unter keinem Schirm gefeit sei ? schlichtweg überfordert. Seiner Ansicht nach ist das maximal Mögliche an Sicherheit in der Gleitschirmkonstruktion ohnehin noch lange nicht erreicht.

Das war dann auch schon das Stichwort für Referent Nummer 2, der als Entwicklungsleiter einen kleinen Blick hinter die Kulissen der Gleitschirmkonstruktion gab. Ausgefeilte Simulationssoftware macht beispielsweise sogar den Spiralflug samt Reaktion des Gerätes am Computer darstellbar und damit erste Aussagen über die Klappstabilität möglich. Nebst den Stichworten ?Sicherheit" und ?Stabilität" gibt es eine Vielzahl anderer Kriterien zu beachten, wie etwa das Feed-back, welches das Gerät dem Piloten vermittelt. Thomas legte anschaulich dar, mit welch komplexem System es Konstrukteure von Gleitschirmen zu tun haben, und brach dabei auch eine kleine Lanze für den Klapper: Der sei im Grunde gar nicht so negativ. Durch den Klapper werde die Energie abgebaut, also die im Schirm steckende Dynamik entschärft!

Nachdem wir den absolut sicheren Schirm, bei dem garantiert nix passiert, so schnell nicht kaufen werden können, galt es an diesem Abend natürlich noch eine andere wichtige Frage abzuhandeln: Wie können wir Piloten unsere fliegerische Kompetenz steigern? Viele denken hier in erster Linie an das Thema ?Schirmbeherrschung", doch Weltmeister Steve Cox machte schnell klar, dass das nur ein kleiner Teil im Spektrum ?Sicherheit" ist. ?Sicher zu fliegen", das bedeutet für ihn, sich intensivst mit der Ausrüstung, mit den Flugbedingungen, mit den Vorbereitungen des Fluges, mit der eigenen Einstellung auseinanderzusetzen!

Wer meint, mit einer niedrigen Gütesiegel-Einstufung sei er vor Unfällen gefeit, hat schon einen schweren Irrtum begangen: ?Auch DHV 1 bewahrt euch nicht vor einem Klapper", sagte Steve und riet den Anwesenden eindringlich, sich immer wieder mit der gesamten Bandbreite der unzähligen sicherheitsrelevanten Details zu befassen. Wer beispielsweise zum nächsten Berg fliegt, sollte sich bereits beim Abflug Gedanken darüber machen, wo er ankommen wird, ob ihn vielleicht ein Leebereich mit starken Turbulenzen erwartet, und ob er glaubt, dass er damit zurecht kommen wird. Anstatt sich blind auf den Wetterbericht zu verlassen, sollte man seine eigene Urteilskraft schulen, indem man die Vögel, den Himmel, die Wolken beobachtet. Steves zentrale Botschaft lautete: "Macht euch Gedanken, befasst euch mit der Materie!"

Für seine Entwicklung vom blutigen Anfänger zum erfolgreichen Wettkampfpiloten stand ihm übrigens nicht mehr Zeit zur Verfügung wie den meisten von uns: Als hauptberuflicher Elektroingenieur blieben und bleiben dem Weltmeister für's Fliegen einzig und allein die Wochenenden sowie der Jahresurlaub, den wir alle in unseren Jobs haben!

Wir haben einen DVD-Mitschnitt von diesem Forum machen lassen und die DVD ist zum Preis von 19,- Euro bei uns erhältlich.

21.03.2007

Flugtage in Meduno so, wie wir sie bestellt hatten: Fliegen von 11h bis sunset, Toplanding und "touch and go´s" wie wir es uns besser nicht vorstellen hätten können!

"Meduno Magic", wie es einer unserer Fluglehrer einmal nannte.

Das neue Quartier war wirklich neu und wirklich super. Allerdings war das Abendessen so gut, dass wir mehr zu Fuß auf den Berg hätten gehen sollen...

Damit die stundenlangen Flüge nicht langweilig wurden, haben wir auch den Mte. Dolada beflogen. Und das Panorama über dem Gipfelgrat war äußerst beeindruckend!

Und dann waren da noch supernette Reiseteilnehmer dabei, bei denen wir uns für die schönen gemeinsamen Tage bedanken möchten!

Meduno Magic - wir kommen wieder!

12.03.2007

Steve Cox (Weltmeister 2005), Advance-Chefentwickler Thomas Ripplinger und der DHV-Sicherheitsbeauftragte Karl Slezak beim "Salzburger Fortbildungsforum für Gleitschirm- und Darchenflieger".

Wer die Gleitschirme und das Ausbildungsniveau der Gegenwart mit dem Standard vor zehn Jahren vergleicht, wird zugeben: Es hat sich vieles getan. Aber ist das Gleitschirmfliegen im gleichen Ausmaß sicherer geworden? Oder wird das durch Ausbildung und Schirmentwicklung gewonnene Sicherheitspotenzial durch höhere Leistungsfähigkeit der Geräte und mehr Risikobereitschaft der Piloten wieder kompensiert? Was tun, um die Unfälle drastisch zu reduzieren? Braucht es (noch) bessere Schirme oder einfach bloß kompetentere Piloten?

Das "Salzburger Fortbildungsforum für Gleitschirm- und Drachenflieger" widmet seine nächste Veranstaltung am Freitag, dem 23. März, genau diesen Fragen. Drei hochkarätige Referenten leuchten das Thema von unterschiedlichen Blickwinkeln aus: Karl Slezak (Sicherheitsbeauftragter des DHV) legt beispielsweise dar, welche Pilotenreaktionen ? oder Nicht-Reaktionen ? besonders häufig zu Unfällen führen. Der Einklapper zum Beispiel zählt zu den häufigsten Unfallursachen. Entweder, weil der Pilot gar nicht reagiert. Oder ? was noch öfter der Fall ist ? weil er falsch reagiert. Aber wie sieht sie aus, die optimale Reaktion? Und ist inwieweit ist ?richtige Reflex" überhaupt trainierbar? Was können Aus- und Fortbildung in dieser Hinsicht realistischerweise leisten? ? Das sind nur einige der Fragen, die Karl abhandeln wird.

Der deutsche Luft- und Raumfahrtingenieur Thomas Ripplinger, seines Zeichens Entwicklungsleiter bei ?Advance", wiederum nimmt das technisch Machbare in der Geräteentwicklung unter die Lupe. Wohin geht der Trend bei den Gleitschirmen? Welche Visionen, Ziele prägen die Konstruktion in einer Top-Geräte-Schmiede wie Advance? Fliegen wir irgendwann den ?unklappbaren" Schirm?

Das verbindende Element im Spannungsfeld zwischen ?Ausbildung" und ?Gerät" hätte ursprünglich von Weltcup-Sieger Chrigel Maurer repräsentiert werden soll. Weil Chrigel vom Schweizer Heer keinen Urlaub gekriegt hat, schickt Advance einen wahrhaft würdigen Ersatz: Steve Cox, Sieger der WM 2005, wird beim ?Salzburger Fortbildungsforum" referieren und sich dabei vor allem auf die Frage konzentrieren, wie Piloten ihre fliegerische Kompetenz steigern können. Wie wird man ein ?sicherer" Pilot? Welche Rolle spielt für ihn die theoretische Fortbildung? Wieviel ist Talent, wieviel Training? Wie sieht seine persönliche Flugvorbereitung aus? ? Wir sind überzeugt: In den Antworten auf diese Fragen stecken jede Menge praktischer Tipps für die fliegerische Weiterentwicklung!

"Ziel dieses Fortbildungsabends ist es, dass jeder Pilot am Ende mit etwas mehr Wissen nach Hause geht. Wissen, das ihm ein Plus an Sicherheit und damit deutlich höheren Flugspaß bringt. Leute wie Cox, Slezak und Ripplinger haben ein enormes Know-how, da ist für jeden Piloten eine ganze Menge an praktischen Tipps zu holen", ist Helmut Sobek, Obmann des "Salzburger Fortbildungsforum" und Betreiber der "Flugschule Salzburg", überzeugt.

Wann? Freitag, 23. März 2007, 19.30 Uhr
Wo? SN-Saal, A-5020 Salzburg, Karolingerstraße 40.
Was? ?Mehr Sicherheit beim Gleitschirmfliegen: Braucht's bessere Schirme oder bessere Piloten?" ? Referate und Videos
Eintritt: 8,-- Euro